Durch Raum & Zeit: Wege und Bewegung in der Geschichte

Place
Freiburg im Breisgau
Host/Organizer
Yvonne Antoni, Helena Barop, Benjamin Brendel, Julia Harpers, Thomas Hirt, Vít Kortus, Jonas Lindner, Daniel Stinsky (alle Freiburg im Breisgau)
Date
04.05.2012 - 06.05.2012
By
Vít Kortus / Jonas Lindner, Historisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Das semantische Feld des Begriffs Raum müsste − dies dürfte spätestens seit dem spatial turn deutlich geworden sein − neu vermessen sowie parzelliert werden. Jener Übergang der „sich drehenden“ Historiographie vom intuitiv gebrauchten Räumlichen (einer naiv-geographisch gedachten Einheit) zu einer reflektierten, sozial und kulturell konstruierbaren Raumvorstellung ermöglichte die Verwendung des Raums als analytische Kategorie: Raum als erkenntnisorientierte Metapher; als eine von historischen Akteuren erfahrene (und dementsprechend repräsentierte) Wirklichkeit; als Ergebnis von persönlichen Praxen; als eine Größe, die überhaupt Reisen, Handel oder Transfer ermöglicht und somit Verbindungen mitkonstituiert. Alle diese Raum-Termini standen im Mittelpunkt der Offenen studentischen Tagung, die vom 4. bis zum 6. Mai 2012 an der Universität Freiburg stattfand und auf eine eigenständige studentische Initiative zurückging.

Das theoretische Diktum, Raum und Zeit würden soziokulturell konstruiert oder imaginiert, veranschaulichte CHRISTOF DEJUNG (Konstanz) in seinem Eröffnungsvortrag. Er identifizierte hierbei die den Weltausstellungen zugrunde liegenden Raum- und Zeitkonzeptionen: Die einzelnen europäischen Staaten inszenierten sich mithilfe von Elementen der Vergangenheit sowie der Zukunft. Den „heterochronen“ Charakter des Spektakels sowie dessen „Heterotopie“ (Michel Foucault) unterstrichen die zuweilen jenseits der Nationalpavillons befindlichen Nachahmungen außereuropäischer sozialer Biotope, die sowohl als Räume der Vergangenheit als auch als Essenz Außeneuropas wahrgenommen wurden. Diese Repräsentationen sollten die koloniale Überlegenheit Europas zementieren: eine ideologische Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen par excellence. Die Welt wurde den Besuchern hiermit durch die räumliche Abgrenzung als Mikrokosmos von Beziehungen unter Nationalstaaten sowie zwischen denselben und Kolonien geradezu normativ vor-gestellt.

Die Begegnung mit dem Fremden, welche die Abgrenzung des Eigenen zutage zu fördern vermag, bildete den thematischen Brennpunkt des ersten Panels. PAUL SCHLIEFSTEINER (Graz) befasste sich im Kontext der mittelalterlichen Reiseliteratur mit den Berichten der Rabbiner Benjamin von Tudela und Petachja von Regensburg. Den Referenten interessierte hierbei weniger das Dargestellte an sich, sondern vielmehr die Art und Weise, wie das Fremde − freilich immer im Rückbezug auf das im Eigenen erworbene Wissen − bewertet wurde. Dabei musste er sich zwischen der Skylla der Tradition der jüdischen Reiseliteratur und der Charybdis der mittelalterlichen „Autorschaft“ bewegen, was klare Aussagen erschwerte. Dennoch konnte man den Texten plausible inhaltliche Tendenzen entnehmen: Diese hätten unter anderem in der Würdigung der jüdischen, durch die Abgrenzung gegenüber der Außenwelt definierten Diaspora-Gemeinden bestanden. In der Reisepraxis von Diaspora zu Diaspora scheine die Spezifik des jüdischen Reisens zu bestehen.

Das Phänomen der Gastfreundschaft gegenüber den habsburgischen Diplomaten des 16. Säkulums an der Hohen Pforte untersuchte ATTILA MAGYAR (Berlin). Ohne den Terminus zu definieren, kategorisierte der Referent die frühneuzeitliche osmanische Gastlichkeit: Erstens handele es sich um die institutionalisierten Formen der Gastfreundschaft, die an Karawansereien oder Gasthäuser gebunden waren. Ferner gehe es um die ritualisierten Formen der Gastfreundschaft an den Höfen der Sultane. Drittens sei der Umstand von Bedeutung, dass die europäischen Diplomaten selbst als Gastgeber Delegationen empfingen. Die ausgewählten Blickpunkte verdeutlichten die Ambivalenz der osmanischen Gastlichkeit: Sie sei zwischen den in Europa bekannten Umgangsweisen und dem Misstrauen den potentiellen Spionen gegenüber oszilliert, das jedoch ebenso als Schutz der Christen vor Entführungen ausgelegt werden konnte. Dadurch wurde aber die (wahrgenommene) Räumlichkeit der Gastlichkeit reglementiert: Der Raum beeinflusste die Osmanenbilder des Abendlandes.

Das zweite Panel widmete sich den wissenschaftlichen Beschreibungen eines zu erschließenden hic-sunt-leones-Raumes. FELIX LÜTTGE (Berlin) stellte am Beispiel der Royal Society vor, wie ab dem 17. Jahrhundert die Welt mithilfe von säkularisierten Apodemiken − theoretischen Reiseinstruktionen − zum Labor der experimentierenden Wissenschaft gemacht worden sei. Den Mitgliedern der Royal Society sei es zunächst darum gegangen, neue geographische Daten im Zeichen der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit (mit genauen Angaben zur zeitlichen und räumlichen Verortung der Messung) sammeln zu lassen. Bald entwickelten sich aber die dazu bestimmten Instrumente zum Untersuchungsobjekt: Die Daten bezogen sich nicht mehr direkt auf die Welt, sondern auf das Messgerät selbst (Beobachtung zweiter Ordnung). Sie ließen sich in der Londoner Zentrale zu Gesetzmäßigkeiten aggregieren, woraus man schließlich Naturgesetze ableitete. Die Universalisierung von Naturgesetzen habe den heterogenen Raum bestritten und einen einheitlichen Welt-Raum erschaffen.

Einen auf die eigene Anschauung bedachten Gegenpart zu den Mitgliedern der Royal Society belebte in seinem Vortrag CHRISTIAN SCHÄFER (Potsdam). Berichtet wurde über Charles-Marie de La Condamine, der während seiner Amazonasreise (1743–1745) jenes Gebiet kartographiert und weitere Beobachtungen gesammelt hatte. Eine wichtige Rolle habe hierbei der aufklärerische Zeitgeist gespielt: Das Kartieren des Amazonas sei auf die Vorstellung zurückgegangen, dadurch das Unbekannte zu überwinden. Obendrein lasse sich die Tendenz La Condamines beobachten, innerhalb des seriösen wissenschaftlichen Diskurses zu verbleiben und das Abenteuer als eine außerwissenschaftliche Motivation zu vermeiden. Neben Kartographie wurden je nach Gelegenheit auch Mythen, Natur oder Astronomie akribisch behandelt. Diese „zusätzliche“ Schilderung benötigte insofern ein schriftstellerisches Talent, als mit dem Bericht der Anerkennung halber zwei Öffentlichkeiten angesprochen werden sollten − die Wissenschaftler sowie die aufgeklärte Gesellschaft.

Das dritte Panel lotete Räume aus, deren Signum neben der geographischen Qualität ein besonderes Maß an jeweils spezifischer Gewalt bildet. KORBINIAN BÖCK (Freiburg) untersuchte, wie das Baltikum im Presseorgan der ehemaligen Freikorps „Reiter gen Osten“ gedeutet worden war. Ihre Aufgabe bestand nach 1918 darin, den deutschen Abzug aus dem Baltikum vor Ort zu koordinieren und die neuen Grenzen gegen die Ausbreitung des leninistisch-bolschewistischen Gedankenguts sowie des russischen Bürgerkrieges zu sichern. In der Vorstellungswelt der Freikorps wurde das Baltikum zum Bollwerk, bei dessen Darstellung sie sich einer gegenasiatischen Feindsemantik bedienten. Jener Topos, der auf die mythisierte Tätigkeit des Deutschritterordens daselbst rekurrierte, diente der Intention der Freikorps, deren Taten in kolonial-kulturmissionarischer Manier zu legitimieren. Jene Baltikum-Raummythen suggerierten somit einen mittelalterlich-romantisierten Deckmantel für zeitgenössische Ziele: Fortführung des Krieges, Kampf gegen den Bolschewismus sowie Aussicht auf eine Besiedlung eines Raumes im Osten.

ZLATKO VALENTIĆ (Freiburg) analysierte − ausgehend von der klassischen moralisch-historischen Fragestellung − die Gründe für den Staatszerfall des ehemaligen Jugoslawien und den anschließenden Bürgerkrieg. Die enorme Heterogenität der jugoslawischen Gesellschaft hätten drei Elemente überbrückt, die nach dem Tod Titos (1980) sukzessiv geschwunden seien: Wirtschaft, „Gesellschaft“ und Politik. Das hermeneutische Prisma der historischen Anthropologie von Valentić („Jugologie“) setzte hier an: Das be-ding-te Denken habe die Entmenschlichung zur Folge gehabt, weil die Akteure auf dem Balkan sich gegenseitig als Dinge aufgefasst hätten. Dies impliziere zweierlei: Der gewaltsame Umgang mit den so interpretierten Menschen unterliege nicht dem Völkerrecht und die Sicherheit eines Raumes sei lediglich durch homogenisierende Gruppen mit klaren Grenzen herzustellen. Die Herausforderung für die Historiker (des Balkans) bestehe, so das Abschlussplädoyer, indes darin, bedingungslos zu denken und somit Grenzen abzubauen.

Das vierte Panel der Tagung beschäftigte sich mit der Selbstverortung von historischen Akteuren und Gruppen in Raum und Zeit. Dabei wurden Fragen diskutiert, die auf die Konstituierung und Projizierung von räumlichen Strukturen durch individuelles oder soziales Handeln abzielten. TILL GROSSMANN (Berlin) analysierte in seinem Vortrag die Praxis der Korrespondenz des „Großstadttheoretikers“ Georg Simmel. In Anlehnung an Judith Butlers Konzept der Materialisierung durch regulierende Praktiken wird „Raum“ in diesem Kontext als eine Einheit verstanden, die durch soziale Handlungen entstehe und somit greifbar werde. Großmann untersuchte Simmels Selbstbild und -verortung einerseits an den Inhalten seiner überwiegend wissenschaftlich orientierten Korrespondenz, andererseits an der Bewegung seiner Briefe im Raum an sich. Der Referent bezeichnete dies als „objektivierende Praxis“. Gleichzeitig ordneten Simmels Briefe Personen, Lokalitäten und zeitliche Strukturen und setzte diese miteinander direkt in Verbindung.

Der Beitrag von ANNA NEDLIN (Freiburg) widmete sich zeitgenössischen Hoffnungen deutscher Juden auf Integration in die deutsche Gesellschaft während der Weimarer Republik. Als Fallbeispiel diente ihr die deutschnationale, jüdisch geprägte Studentenverbindung „Neo Friburgia“ an der Universität Freiburg, die sich vor allem im Konflikt mit anderen Studentenverbindungen im universitären Raum gesehen hat. Die Referentin legte dar, dass die Wahrnehmung der eigenen erfolgreichen Integration der Verbindung in die Universitätslandschaft weitaus ausgeprägter gewesen sei, als bislang von der historischen Forschung vermutet worden sei. Diese habe sich laut Nedlin zu lang mit einer teleologischen, auf den Holocaust und eine exklusive „Opferrolle“ fixierten und somit zeitlich ausgerichteten Perspektive auf deutsche Juden in der Weimarer Republik beschäftigt.

Daran anschließend verknüpfte das fünfte Panel „Migration und Identität“ vorangegangene Aspekte mit Migrationsprozessen. LINDA RICHTER (Berlin) legte in ihrem Beitrag die Bedeutung von Nahrungsmittelknappheit und Hunger als eine der grundlegenden Motivationen für deutsche Migrationsbewegungen nach Amerika in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Die durch die Hungersnot 1816/17 provozierte Entwicklung liege einerseits in der Notlage in der Heimat begründet, sei andererseits durch Briefe aus der „Neuen Welt“ eigener zuvor ausgewanderter Verwandter beflügelt worden, die Amerika als „Schlaraffenland“ mit paradiesischen Bedingungen für die Ernährung darstellten. Die Imaginierung einer idealisierten Lokalität – Amerika – und daran anschließende Migrationen seien laut Richter bedeutende und bisher unterschätzte Faktoren für Auswanderungsbewegungen gewesen.

FARIBA MOSLEH (Wien) setzte mit ihrem Vortrag bei dem Resultat von Migrationsbewegungen am Beispiel der sogenannten Wiener Chinatown an. Aus der interdisziplinären Sicht von Kultur- und Sozialanthropologie stellte Mosleh dar, ob und wie das Konzept der institutionalisierten, historisch geprägten und stereotypisch tradierten Chinatown in Wien in den 1980er- und 1990er-Jahren realisiert und als von innen und außen konstruierter Raum etabliert wurde. Die Chinatown versteht Mosleh als hybriden, dritten Raum, der mit dem Begriff des „kulturellen Clusters“ analysiert werden könne. Demzufolge habe sich das Stadtviertel von innen durch Institutionen, soziale Praktiken, Infrastrukturen und Symbole, von außen hingegen durch homogenisierend wirkende Einflüsse aus Medien und Politik konstituiert.

Im sechsten Panel „Wissensräume“ verbanden die Vortragenden das erhöhte Interesse an räumlichen Kategorien mit Formen von Wissensakkumulation, -transfer und -tradierung. MICHAEL SCHONHARDT (Freiburg) eröffnete mit einer Untersuchung wissenschaftlicher Diagramme in der zweibändigen Arnsteinbibel von 1172, aus der Rückschlüsse auf die Wissenskultur des Prämonstratenserstifts Arnstein an der Lahn gezogen werden sollten. Unter der Prämisse, dass Wissen immer verortet und somit räumlich fixiert sei, verfolgte der Referent in seinen Ausführungen das Ziel der Aufhebung einer strikten Trennung von Wissensräumen zwischen mittelalterlichen Klöstern, Kathedralschulen und „Protouniversitäten“. Der primär über Bücher stattfindende Wissenstransfer zwischen diesen Institutionen sei eine viel häufigere Praxis gewesen, als bisher angenommen. Weiterhin stellte der Referent somit frühere Interpretationen des Stadt-Land-Kontrastes als zeitliche Entwicklungsstufen zugunsten von räumlich orientierten Arbeiten in Frage.

ANNABELL ENGEL (Heidelberg) referierte über die Verbreitung von Wissen durch Raum und Zeit in Form von apokalyptischen Vorhersagen über den Untergang der bekannten Welt durch Sturm und Flut. Eine durch eine bestimmte Konjunktion von Erde und gewissen Himmelskörpern verursachte Naturkatastrophe wurde wiederholt vom 12. Jahrhundert bis ins 16. Jahrhundert in Briefen und später Flugschriften angekündigt. Engel geht von multipolaren Ursprüngen der Prophetien aus, die sich über große Teile des Orients und Okzidents erstreckten, sich jedoch spätestens im 16. Jahrhundert auf Zentraleuropa zu konzentrieren schienen. Die Nachrichten erhielten Autorität über den gesellschaftlich hohen Status der Astrologie und verbreiteten sich horizontal über ein komplexes Netzwerk von Herrscherhöfen, Klöstern, Kreisen des Weltklerus und Universitäten, sowie vertikal durch mündliche Tradierung und populäre Flugschriften.

ERIK RICHTER (Magdeburg) schloss das Panel mit einer Untersuchung zweier Schriften von Martin Waldseemüller (1509) und Sebastian Franck (1534), in der er mögliche Rückwirkungen von Seefahrten, die neue Teile der bekannten Welt entdeckten, auf das naturphilosopisch-theologische Weltbild im Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit prüfte. Er zeigte hierbei, wie kartographische und theologische Vorstellungen nebeneinander existiert und sich mit unterschiedlichen Dynamiken verändert haben. Die Rückbindung an Gott als Schöpfer und Ordnungsmacht sei dabei immer präsent gewesen. Der Referent arbeitete den Konflikt zwischen althergebrachtem autoritärem und neuem empirischem Wissen heraus und illustrierte auf diese Weise die doppelte Projektion von „Weltbild“ in räumlicher wie mentaler Dimension.

In der Abschlussdiskussion wurde primär die Frage nach der Sinnhaftigkeit und Verwendungsfähigkeit des sogenannten spatial turn für die Geschichtswissenschaft und „Raum“ und „Räumlichkeit“ als Forschungskategorien auf teils methodischer, teils theoretischer Ebene diskutiert. Unter Bezugnahme auf neuere Forschungen wurde weiterhin zwar hinter der Metapher des turns eine gewisse Trendhaftigkeit vermutet, den es genauer zu definieren und einzuordnen gilt. Allerdings wurden gleichzeitig damit verbundene Konjunkturen in der Forschungswelt grundsätzlich begrüßt. Die Tagung zeigte, dass das Konzept nicht universal einsetzbar sei, wie beispielsweise bei identitätsgeschichtlichen Forschungen. Allerdings waren für die Teilnehmer klare Vorzüge durch die ergänzende räumliche Perspektive zu erkennen. Bei der methodischen Umsetzung wurden individuelle, klare Definitionen von „Raum“ und „Räumlichkeit“ als notwendig erachtet, wie sie während der Tagung allerdings nicht gebildet werden konnten. Als einen Aufgabenbereich für die Geschichtswissenschaft formulierte das Plenum schließlich die Auflösung bzw. Relativierung des klassischen, rein chronologischen Narrativs. Als ein Beispiel für die bereits bestehende Praxis diente dabei die histoire géographie, wie sie in der französischsprachigen akademischen Welt praktiziert wird. Dass die unbedingte Einbeziehung von „Raum“ in historische Betrachtungen, besonders durch ihre Institutionalisierung in der Lehre und Forschung wie im letztgenannten Beispiel, nicht durchgehend vorteilhaft ist, wurde dabei ebenfalls verdeutlicht.

Konferenzübersicht:

Öffentlicher Einführungsvortrag

Einführung: Helena Barop

Christof Dejung (Konstanz): Zeitreisen durch die Welt. Temporale und territoriale Ordnungsmuster auf Weltausstellungen während der Kolonialzeit

Panel I: Bewegung und Erkenntnis

Leitung: Vít Kortus, Benjamin Brendel

Paul Schliefsteiner (Graz): Wenn Rabbis reisen. Jüdische Reisende im Mittelalter und ihre Begegnung mit dem „Fremden“

Attila Magyar (Berlin): Reisen als Gast im Osmanischen Reich. Eine Untersuchung zu Phänomenen von Gastfreundschaft in Berichten von Diplomaten über das Osmanische Reich im 16. Jahrhundert

Panel II: Vermessung der Fremde

Leitung: Benjamin Brendel, Helena Barop

Felix Lüttge (Berlin): 1666 − Die Welt als Labor oder die Kunst, wissenschaftlich zu reisen

Christian Schäfer (Potsdam): Charles-Marie de La Condamine (1701–1774). Reisende Wissenschaft in der Aufklärung

Panel III: Raum- und Gewaltvorstellungen

Leitung: Julia Harpers, Daniel Stinsky

Korbinian Böck (Freiburg): „Reiter gen Osten“. Das Baltikum im Spiegel der Freikorpsliteratur der 1920er-Jahre und 1930er-Jahre

Zlatko Valentić (Freiburg): Die ethnischen Vertreibungen im ehemaligen Jugoslawien der 1990er-Jahre − eine hermeneutische Perspektive

Panel IV: Selbstverortung in Raum und Zeit

Leitung: Thomas Hirt, Yvonne Antoni

Till Großmann (Berlin): Simmels Raum. Das Briefeschreiben als Strategie der Selbstverortung am Beispiel Georg Simmels vor und während des Ersten Weltkrieges

Anna Nedlin (Freiburg): Selbstwahrnehmung und historische Bewertung der Integration von Juden in der Weimarer Republik: Zwei Seiten derselben Medaille?

Panel V: Migration und Identität

Leitung: Jonas Lindner, Thomas Hirt

Linda Richter (Berlin): „Könnt ihr denn diesem Lande nicht den Rücken kehren?“ Essen im Migrationsprozess deutscher Auswanderer in die USA 1816–1856

Fariba Mosleh (Wien): Vienna Chinatown (In-)Visible. Zur Verortung der chinesischen Community in Wien

Panel VI: Wissensräume

Leitung: Daniel Stinsky, Jonas Lindner

Michael Schonhardt (Freiburg): Ortus ventorum sunt comfi philosophorum. Die wissenschaftlichen Diagramme der Arnsteinbibel − Wissensformen zwischen Bernhard und Abelard

Annabell Engel (Heidelberg): Vom Toledobrief zur Sinnflutdebatte. Verbreitung einer Unglücksprophetie durch Raum und Zeit

Erik Richter (Marburg): Von der antik-mittelalterlichen Kugelspekulation zur realen Erfahrung des Raumes und dessen Deutung am Beginn der Frühen Neuzeit

Abschlussdiskussion

Leitung: Jonas Lindner, Vít Kortus

Citation
Tagungsbericht: Durch Raum & Zeit: Wege und Bewegung in der Geschichte, 04.05.2012 – 06.05.2012 Freiburg im Breisgau, in: H-Soz-Kult, 19.07.2012, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-4314>.
Editors Information
Published on
19.07.2012
Contributor
Classification
Temporal Classification
Regional Classification
Additional Informations
Language Contribution
Country Event
Language Event