Helden über Grenzen? Transnationale(s) Mythen und Heldentum. Interdisziplinäre Tagung von der Antike bis zur Moderne.

Place
Mannheim
Host/Organizer
Heike Bormuth, Sebastian Demel, Daniel Franz, Denis Gemming, Kerstin Hofmann, Maximilian Krüger, Simone Tibelius, Historisches Institut, Universität Mannheim
Date
27.09.2013 - 29.09.2013
By
Sina Steglich, Historisches Institut, Universität Mannheim

Ein Held ist „jemand, der sich mit Unerschrockenheit und Mut einer schweren Aufgabe stellt, eine ungewöhnliche Tat vollbringt, die ihm Bewunderung einträgt.“. In dieser Kürze charakterisiert der Duden den Hauptprotagonisten einer von Doktoranden des Historischen Instituts organisierten Nachwuchstagung, die vom 27.-29. September 2013 an der Universität Mannheim stattfand. Die Fokussierung auf diese Figur mit ihren zentralen Attributen böte für einen intensiven Austausch bereits Anlass und Raum genug. Doch das Thema der Tagung „Helden über Grenzen? Transnationale(s) Mythen und Heldentum von der Antike bis zur Moderne“ verdeutlicht die gesteigerte Herausforderung, die die Vortragenden mit ihren Beiträgen und in den Diskussionen annahmen: Nicht jedem unter den Helden galt das Augenmerk, sondern jenen, die sowohl nationale als auch Epochengrenzen zu überschreiten vermochten. Die Trias der Grenzüberschritte wurde durch die fachübergreifende Konzeption der Tagung vervollständigt. Erst in der Zusammenschau konnten die einzelnen Beiträge so zu einem weiten Spektrum von Annäherungen an die Figur des Helden in seinen jeweiligen epochen- und disziplinspezifischen Ausformungen verwoben werden. Leitend inmitten der heterogenen Einzelthemen waren dabei die Fragen nach Faktoren und Bedingungen des Heldentums, nach Kriterien seiner kulturellen Etablierung und Vermittlung sowie nach seiner jeweiligen Persistenz in sich diachron und synchron unterscheidenden soziokulturellen Räumen.

Die erste Sektion eröffnete FAUSTIN VIERRATH (Freiburg im Breisgau) mit einer vergleichenden Darlegung der Begriffsgeschichte des Heroischen in französischen sowie deutschen Lexika und Enzyklopädien des 18. und 19. Jahrhunderts. Auf dieser Grundlage verdeutlichte er unter anderem den im Unterschied zum Französischen für das Deutsche signifikanten Aspekt der Körperlichkeit. Auf der Suche nach belastbaren Modellen der Generierung von Helden unternahm GERO SCHREIER (Freiburg im Breisgau) den Versuch, den Ritter vom Helden definitorisch zu unterscheiden, aber auch die spätmittelalterliche Symbiose beider zu problematisieren. Gottfried von Bouillon stand im Zentrum der Überlegungen von VIKTORIA TRENKLE (Erlangen). Ausgehend von diesem untersuchte sie den Topos der Neun Guten Helden über unterschiedliche (Vor-)Stufen der zumeist christlich konnotierten Verehrung hinweg und las diese als je zeitspezifische Deutungen. Auf eine Sonderform konzentrierte sich der Beitrag von CHRISTINA POSSELT (Freiburg im Breisgau), der nach den Spezifika des Kunsthelden im 17. Jahrhundert fragte. Kunstbesitz und -pflege sowie Herrschertum hätten vor allem nach dem Dreißigjährigen Krieg zusammengefunden und zur Verflechtung einer durch unterschiedliche Quellen belegten Stilisierung als Friedensfürst, Kriegsheld und Kunstförderer beigetragen. Insgesamt standen die Eröffnungsbeiträge unter dem Zeichen systematischer Annäherungen an den vielerorts präsenten und dennoch oft vagen Sammelbegriff des Helden und trugen so dazu bei, diesen zu präzisieren und analytisch zu schärfen.

Eine Zäsur inmitten der den Helden gewidmeten Beiträge stellte der Gastvortrag GERD KRUMEICHs (Düsseldorf) dar. Eingebunden in seine Geschichte der Jeanne d’Arc trug er eine scharfe, daher herausfordernde Kritik sowohl an der thematischen wie konzeptionellen Verwendung des Begriffs „transnational“ vor und fokussierte sich damit auf das zweite Fundament der Tagung. Auch wenn er mit diesem Ansatz und seiner Einschätzung der transnationalen Perspektive als bloßer „Fetisch“ ein Solitär blieb, so sei sie doch als grundlegende Aufforderung verstanden, auch diesen Begriff mit der gleichen Sorgfalt wie den des Helden argumentativ zu stärken.

Um es nicht voreilig phänomenologisch zu verstehen, galt es in der zweiten Sektion, zunächst mögliche Kategorien zu eruieren, anhand derer Heldentum als Zuschreibung nachzuvollziehen ist. Ebenfalls auf Jeanne d’Arc griff CHRISTOPH MAUNTEL (Heidelberg) zur Veranschaulichung des mittelalterlichen Heldenideals zurück, um einige durchaus ambivalente Kriterien zur Diskussion zu stellen. Auch wenn ein klar umrissenes Set an Charakteristika nach mittelalterlichem Verständnis dazu beitrüge, die äußere Erscheinung mit der inneren Haltung in Kongruenz zu bringen, so seien die teils stereotypen zeitgenössischen Schilderungen doch auf vielfältige Weise lesbar und ermöglichten flexible Umcodierungen dieses Ideals. Die umgekehrte, nicht vom historischen Beispiel auf die Rezeption schließende Perspektive nahm ANN-CHRISTIN BOLAY (Freiburg im Breisgau) ein. Sie arbeitete heraus, wie Friedrich Gundolf mit seiner Schrift „Caesar. Geschichte seines Ruhms“ dazu beigetragen hat, eine für den George-Kreis integrative Heroisierungsstrategie retrospektiv zu entwickeln. Als spezifisches Attribut des Helden führte JAKOB WILLIS (Freiburg im Breisgau) den Glanz ein: Auf der Grundlage französischer Dramen des 17. Jahrhunderts entwickelte er den Helden dezidiert als eine Zuschreibungsfigur, die innerhalb sozialer Gemeinschaften Kohäsion stifte. Ergänzt wurde dieser konzeptionelle Auftakt durch ein regionales Beispiel möglicher Heldenwerdung. In dessen Jubiläumsjahr stellte ANJA GILLEN (Mannheim) die Wagnerverehrung in Mannheim durch den Musikalienhändler Emil Heckel vor.[1]

Die Konzeption der Tagung aufnehmend, wurden in der dritten Sektion solche Helden diskutiert, die jenseits ihres genuinen Herkunftsortes bedeutsam und damit zu transnationalen werden. Doch ist ein Held der, der allen gehört? Just anhand des für den italienischen Einigungsprozess zentralen Giuseppe Garibaldi folgte MARTINA PALLI (Siegen) dessen Integration in andere nationale Kontexte nach Ostmitteleuropa und Lateinamerika. Dort sei er nicht spezifisch als Italiener aufgefasst worden, sondern übergeordnet entweder als Befreier einer unterdrückten Gemeinschaft oder unmittelbar als Gründer eines eigenen Volkes. SUNE ERIK SCHLITTE (Göttingen) veranschaulichte, wie in der Figur des indischen Tipu Sultan gebündelt Gegnerschaft gegen die britische Kolonialmacht und Bestrebungen nach eigener nationaler Identität zu einem vitalen Mythos zusammenfanden. Tipu Sultan bedeute daher mindestens zwei Heldenbilder: ein originär indisches und ein von diesem ausgehendes britisches, das jedoch durch kulturelle Transformationen als Gegen-Bild gebrochen sei. Einem anderen Fall populärer Heldenetablierung ging MIRIAM SCHNEIDER (St Andrews) nach. Sie stellte den Typus des Matrosenprinzen im Zusammenhang mit der Popularisierung der Monarchie während des Imperialismus vor. Dessen kosmopolitische Lebensführung bei gleichzeitiger nationaler Repräsentation hätten emotional zur Identitätsstiftung beigetragen und dieser als transnationaler Held entscheidende mediale Resonanz entfalten können. Inwiefern räumliche Grenzen sich auch jenseits der national gedachten ausmachen lassen, ging aus den Folgevorträgen plastisch hervor. ISABELL BRÄHLER-KÖRNER (Bamberg) skizzierte in einem weiten Gang durch die Rezeption der mittelalterlichen Roland-Figur in unterschiedlichen Genres und soziokulturellen Kontexten einen eher vornationalen Helden, der inzwischen losgelöst vom historischen Vorbild in nahezu alle Welt exportiert werde. Den österreichischen Bergführer Sepp Innerkofler, der in der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg sowohl auf österreichischer wie italienischer Seite lebendig ist, stellte MARKUS WURZER (Graz) vor. Obgleich Innerkofler als „Alpenkämpfer“ durchaus in seiner nationalen Zugehörigkeit wahrgenommen worden sei, ist er dennoch qua Funktion mitunter vor allem als ein regionaler Held zu begreifen. TIM WÄTZOLD (Eichstätt) schließlich schilderte mit der Arbeiterbewegung und deren zentralen Protagonisten primär internationale Helden. Deren gemeinsamer Wertekanon habe durch die transatlantische Massenmigration auch jenseits von Europa vitale Heldenfiguren geschaffen, die in ihrem Engagement gegen staatliche Repressionen mitunter gar als politische Märtyrer wahrgenommen wurden.

Doch Grenzziehungen können nicht lediglich räumlich, kulturell oder sprachlich vollzogen werden. Ihnen vorgelagert ist die durch eine Dimension der Geschichte selbst vorgegebene Grenze, die der Zeit. Den Auftakt der dieser Grenze gewidmeten Sektion bildete der Altphilologe ANDREAS LENZ (Mainz). Am Beispiel der mittelalterlichen Dichtung „Waltharius“ erörterte er deren drei Bezugssysteme: Aspekte der germanischen Heldensage, lateinisch-pagane Anleihen wie auch eine christliche Perspektive. In der Zusammenschau verdeutlichten diese sich überlagernden Kultursysteme die Halbwertszeit von Helden, da dieser in sich wandelnden Rezeptionskontexten stets von neuem anschlussfähig werden musste. HEIKE BORMUTH (Mannheim) begriff Maria Tudor als eine Antiheldin, die bis in die Gegenwart hinein unter verschiedenen Vorzeichen als feste Bezugsgröße der englischen Geschichte gelte. Aus kunsthistorischer Perspektive vollendete INA DINTER (Eichstätt) die Trias der Jeanne d’Arc-Beiträge und stellte vier Gemälde des Belgiers James Ensor vor. Dessen bildliche Umsetzung des Themas changiere zwischen einem gedachten französischen Nationalmythos, zeitgenössischer Mittelalterbegeisterung sowie zeitenthobener Faszination der Jungfräulichkeit. Weiterführend wäre es für die Sektion von Interesse gewesen, die Zeit nicht als apriorisches Faktum vorauszusetzen, sondern vielmehr die ihr selbst zugrunde liegende Konstruktionsleistung mit zu reflektieren.

Dass Heldentum auch in enger Nachbarschaft zu durchaus persönlichen Idolen beheimatet sein kann, verdeutlichte die Podiumsdiskussion: Während der Althistoriker CHRISTIAN MANN (Mannheim) im antiken Athleten den schönsten Helden der Geschichte zu erkennen glaubte, nominierte ERICH PELZER (Mannheim) als dessen Experte Napoleon. ANGELA BORGSTEDT (Mannheim) hingegen betonte unter anderem aus der Perspektive der stillen und teils fast vergessenen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus deren gebrochenen Charakter, der einem Vexierbild gleich Held und Antiheld in einer Person zusammenführe. Einzig JOCHEN HÖRISCH (Mannheim) bemühte sich – als Literatur- und Medienwissenschaftler auch mit gebührender Betrachtungsdistanz vor seinen Historikerkollegen – um eine integrative, pointierte Zusammenführung der vorgebrachten Mosaiksteine zu einem möglichen Heldenbild: Dieses habe den Helden primär als Konvertiten zu zeigen. Auch wenn das notwendigerweise ein mit infiniten Konturen gezeichnetes blieb, so verdeutlichte die Diskussion damit wohl gerade die unstrittigste Eigenschaft des Helden: dass er sich dem entzieht, der ihn zu greifen versucht, plastisch jedoch dort sichtbar wird, wo er nicht realiter zugegen ist, sondern lediglich idealiter gedacht wird.

Die folgende Sektion schloss sich diesem Diktum an, indem sie danach fragte, wie zeitspezifische Zuschreibungsmuster Helden formten und dessen politische Instrumentalisierung grundierten. JAN KLEINMANNS (Bonn) präsentierte in diesem Zusammenhang die Überlagerung von privater, öffentlicher und politischer Sphäre sozialistischer Sportler in der DDR und betonte, dass diese im Zuge der angestrebten Entwicklung einer Sportnation öffentlich sichtbar institutionalisiert und so als Helden konstituiert wurden. Ebenfalls am Beispiel der DDR problematisierte MARIA SCHUBERT (Tübingen) das Verhältnis des sozialistischen Staates zu den USA, einem politisch und populärkulturell stilisierten „anderen Amerika“, als dessen zentralen Sprecher sie Martin Luther King hervorhob. SABINE STACH (Leipzig) schaute mit ihrem Beispiel noch weiter gen Osten. Der tschechoslowakische Student Jan Palach, dessen Rebellion gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings in eine Selbstverbrennung mündete, wurde als transnationaler Held erörtert, der je nach Rezeptionskontext als Opfer oder Märtyrer verstanden wurde. Jegliche Koordinaten vergangener Systemgrenzen ignorierend, führte PATRICK KILIAN (Zürich) den Helden in eine weitere Dimension ein: den in Zeiten der Blockkonfrontation als politisches Handlungsfeld entdeckten Weltraum. Ausgehend von drei Formen der Heldentypologie – der Reise, der Evolution und der Demokratisierung – skizzierte er so die These, dass sich die Grenzziehungspolitik des Kalten Krieges auch an der Figur des Astronauten, des technischen Menschen der Zukunft, und deren Praktiken nachvollziehen lasse.

Nach dieser Vielzahl an begrifflichen Annäherungen, konzeptionellen Bestimmungen und epochenspezifischen Historisierungen stellte die letzte Sektion folgerichtig den gescheiterten Helden in den Mittelpunkt und eröffnete so die Möglichkeit einer ex negativo formulierten Heldendefinition. MARION SCHNEIDER (Würzburg) fragte dabei am Beispiel dreier antiker Viten des Dion von Syrakus dezidiert nach der Grenze des Erfolgs und Misserfolgs eines Helden. Die entscheidende Demarkationslinie zwischen gefeiertem und gescheitertem Held sowie die dadurch präfigurierten Wege der Rezeption arbeitete sie dabei aus den jeweiligen (Um-)Deutungen der Taten Dions durch seine Biographen heraus. TOBIAS SCHEIDT (Siegen) wandte sich der transnationalen Rezeption von Johannes Gutenberg in populären Zeitschriften Europas des 19. Jahrhunderts zu. Am Beispiel des Transfers eines „bürgerlichen Erfinderhelden“ von Deutschland nach Großbritannien unterstrich er dabei zwei für die gelingende Heldenkonstruktion zentrale Faktoren: ein spezifisches Bedürfnis der kulturellen Aufnahmegruppe, für die eine Figur als Held bedeutsam wird, sowie eine assimilierende Modifikation des Helden, durch die alternative Deutungsmuster eingehegt und eine wirksame Rezeption im neuen kulturellen Umfeld überhaupt erst ermöglicht werden konnte. Dass dieser Prozess zu keiner Zeit einem binären Mechanismus von Held / Nicht-Held folgte, sondern sich stets viele Faktoren überlagern, wurde abschließend besonders deutlich. Denn eine altbekannte Figur der jüngeren deutschen Geschichte nahm FRIEDERIKE HÖHN (Potsdam) aus neuer Perspektive in den Blick: Erich Ludendorff. Obgleich die sogenannte Schlacht bei Tannenberg in Paul von Hindenburg durchaus einen veritablen Helden fand, arbeitete Erich Ludendorff zeitlebens – und dennoch vergebens – daran, seine eigene persönlichen Leistungen in diesen Mythos einzuspeisen und aus dem Schatten des späteren Reichspräsidenten herauszutreten. Den Grund für diese fehlgehende Heldenstilisierung machte Höhn dabei in der ungeachtet aller Deutungsoffenheit zu beobachtenden Statik von Mythen aus.

Trotz dieser tour de force durch über 2.000 Jahre der Heldenverehrung und -erzählungen vermochte die Tagung eines nicht zu leisten: nämlich die Formulierung einer zeit- und fachübergreifend einsetzbaren Heldenvorlage. Dies war jedoch auch nicht primäres Ziel. Viel eher kann dieser vom Nachwuchs für den Nachwuchs organisierte Workshop als Versuch erachtet werden, einen intensiven und dynamischen Gesprächszusammenhang herzustellen, in dem noch werdende Ideen und thematische Ansätze einem Kreis Interessierter vorgestellt und in der gemeinsamen Diskussion bestenfalls auch justiert werden können. Das Mythen- und Heldentum als Ausgangspunkt ist daher vor allem als exemplarischer Aufruf zu verstehen, Ansätze ganz unterschiedlicher Couleur und disziplinärer Herkunft produktiv zusammenzuführen. Während die von den Universitäten Mannheim und Heidelberg gemeinsam veranstaltete Gesprächsreihe „Neues aus dem Mittelalter“ in diesem Jahr bereits zum 6. Mal stattfand[2], ist auch dieser Form einer historisch-kulturwissenschaftlich angelegten, epochal geöffneten Zusammenkunft des wissenschaftlichen Nachwuchses nachdrücklich eine Fortsetzung zu wünschen.

Konferenzübersicht:

Begrüßung

Sektion I: Heldenmodelle (Moderation: Denis Gemming)

Faustin Vierrath (Freiburg im Breisgau): Reflexionen inbegriffen – die Bestimmung des Heroischen in deutschen und französischen Nachschlagewerken des 18. und 19. Jahrhunderts

Gero Schreier (Freiburg im Breisgau): Wie man vom Ritter zum Helden wird. Modellhafte Überlegungen zum deutschen und französischen Spätmittelalter

Viktoria Trenkle (Erlangen): Él fue rey, mas fue mejor que todos los otros reyes de Hierusalem. Zur Darstellung Gottfrieds von Bouillon in der Historia rerum in partibus transmarinis gestarum und der Gran Conquista de Ultramar

Christina Posselt (Freiburg im Breisgau): Der „Kunstheld“ im Spannungsfeld zwischen Krieg und Frieden – Ein herrscherliches Tugendexempel im Deutschland des 17. Jahrhunderts

Gastvortrag:
Gerd Krumeich (Düsseldorf): Jeanne d’Arc – Herausforderung und Grenzen von Transnationalität

Sektion II: Kategorien für Heldentum (Moderation: Maximilian Krüger)

Christoph Mauntel (Heidelberg): Zwischen Verdammung und Heroisierung. Jeanne d’Arc in den Augen ihrer Zeitgenossen

Ann-Christin Bolay (Freiburg im Breisgau): „Der vollkommene heroische Mann ist Caesar.“ Überlegungen zu Heroisierungsstrategien im Stefan George-Kreis

Jakob Willis (Freiburg im Breisgau): Der Glanz des Helden – Zur Konstruktion des Heroischen im französischen Drama des 17. Jahrhunderts

Gastvortrag:
Anja Gillen (Mannheim): Wagnerverehrung in Mannheim – Das Beispiel Emil Heckel

Sektion III: Transnationale Helden (Moderation: Heike Bormuth und Simone Tibelius)

Martina Palli (Siegen): Wem gehört Garibaldi?

Sune Erik Schlitte (Göttingen): Tipu Sultan. Der Mythos eines Helden im britischen Empire und modernen Indien

Miriam Schneider (St Andrews): Der Prinz am Steuerrad. Monarchische Mythenbildung im Zeitalter der Abenteuerliteratur

Isabell Brähler-Körner (Bamberg): Roland zwischen Wahrheit und Mythos. Kurzer Abriss der Rezeptionsgeschichte eines transnationalen Helden

Markus Wurzer (Graz): Zwei Schützengräben – ein Held? Zur Genese des Kriegshelden Sepp Innerkofler und seiner grenzüberschreitenden Wirkweise

Tim Wätzold (Eichstätt): Von Vorbildern und Protagonisten zu Märtyrern – Die Rolle europäischer Anarchisten in der entstehenden Arbeiterbewegung Südamerikas

Sektion IV: Zeit als Grenze? Rezeption, Tradierung, Wandel (Moderation: Sebastian Demel)

Andreas Lenz (Mainz): Epische Transformationen – Intertextualität, Komik und Gewalt im Waltharius

Heike Bormuth (Mannheim): Verfolgt durch die Zeit – Zur Rezeption des Antiheldenbildes der Maria Tudor nach ihrer Herrschaft

Ina Dinter (Eichstätt): Jeanne d’Arc – Die Jungfrau bei James Ensor

Podiumsdiskussion: Helden über Grenzen?
Mit Angela Borgstedt, Jochen Hörisch, Christian Mann und Erich Pelzer (alle Mannheim)

Sektion V: Helden über Systemgrenzen – Der Eiserne Vorhang und die politische Indienstnahme von Helden (Moderation: Kerstin Hofmann)

Jan Kleinmanns (Bonn): Sozialistische Sporthelden – Von öffentlichen Sphären, Authentizität und Politik

Maria Schubert (Tübingen): „Held des anderen Amerikas“. Martin Luther King und die DDR

Sabine Stach (Leipzig): Jan Palach transnational. Opfer-, Helden- und Märtyrernarrative 1969-2013

Patrick Kilian (Zürich): Spacemen. Der Astronaut als Pop- und Ideologie-Ikone des Kalten Krieges

Sektion VI: Gescheiterte Helden? Der Held als medialer Diskurs (Moderation: Daniel Franz)

Marion Schneider (Würzburg): Wo die Erfolgsgeschichte endet: Die literarische Darstellung heldischen Scheiterns am Beispiel Dion von Syrakus

Tobias Scheidt (Siegen): „The Last of the Magicians“. Johannes Gutenberg als transnationale Heldenfigur in populären europäischen Zeitschriften des 19. Jahrhunderts

Friederike Höhn (Potsdam): Ein Held im Schatten. Erich Ludendorff und die „Schlacht von Tannenberg“ in der Weltkriegsliteratur 1914-1939

Abschlussdiskussion

Anmerkungen:
[1] Anja Gillen, Von Feuerzauber und Gralsgesang. Emil Heckel und Richard Wagner in Mannheim, Mannheim 2013.
[2] Julia Bruch, Tagungsbericht zu: Neues aus dem Mittelalter. 06.06.2013-07.06.2013, Mannheim, in: H-Soz-u-Kult, 17.07.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4911> (12.12.2013).

Citation
Tagungsbericht: Helden über Grenzen? Transnationale(s) Mythen und Heldentum. Interdisziplinäre Tagung von der Antike bis zur Moderne., 27.09.2013 – 29.09.2013 Mannheim, in: H-Soz-Kult, 18.12.2013, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5149>.
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Published on
18.12.2013
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