Decolonizing Knowledge: Figures, Narratives, and Practices

Ort
Berlin
Veranstalter
Alexandra Przyrembel (Essen); Sebastian Conrad (Berlin)
Datum
16.02.2015 - 17.02.2015
Von
Matthias Thaden, Friedrich Meinecke Institut, Freie Universität Berlin

Am 16. und 17. Februar 2015 fand an der Freien Universität Berlin der Workshop „Decolonizing Knowledge: Figures, Narratives, and Practices“ statt. Alexandra Przyrembel (Essen) und Sebastian Conrad (Berlin) hatten aus diesem Anlass eine Gruppe von etablierten und Nachwuchswissenschaftler/innen eingeladen, um über das Verhältnis von Dekolonisierungsprozessen und der Zirkulation von Wissen nachzudenken. Der Workshop stieß auf große Resonanz unter interdisziplinär ausgerichteten Forscher/innen aus dem ganzen Bundesgebiet, sodass sich nach den Vorträgen zum Teil kontroverse Diskussionen ergaben.

Gerade vor dem Hintergrund des „postcolonial turn“ in den Geschichtswissenschaften, so ALEXANDRA PRZYREMBEL in ihrer Begrüßung, sei es an der Zeit, alternative Konzepte von Wissen sowie methodische Zugänge zu einer Historiografie unserer „fractured time“ zu diskutieren. Das Konzept der „Dekolonisierung“ wollte Przyrembel in dieser Hinsicht gleichsam als analytische Perspektive verstanden und diskutiert wissen.

Im zweiten Eröffnungsvortrag hob SEBASTIAN CONRAD hervor, dass sich Fragen nach einer „Dekolonisierung von Wissen“ einerseits vor dem Hintergrund eines „quest for the radical other“ positionieren müssten, also einer Rehabilitierung von vermeintlich endogenem pre-kolonialen Wissen, sowie einer „global history of knowledge production“. Hiermit sei eine Historiografie gemeint, die über die für die postcolonial studies zentralen Kategorien von Resistenz und Widerstand hinausgehe und die Zirkulation und spezifischen Aneignungsformen von Wissen fokussiere.

Die Vorträge der von Sebastian Conrad und Dagmar Schäfer (Berlin) moderierten ersten Panels rückten koloniale Kontinuitäten in epistemologischen Kategorien sowie in der sozialwissenschaftlichen Wissensproduktion in den Mittelpunkt.

So analysierte ALIA AL-SAJI (Montréal) in ihrem Vortrag den Zusammenhang zwischen Henri Bergsons zeitphilosophischen Werken und ihrer legitimierenden Funktion für den französischen Kolonialismus. Besonders in der für Bergsons Denken grundlegenden Unterscheidung von „offenen“ und „geschlossenen“ Gesellschaften machte Al-Saji eine bis in die Gegenwart reichende Dichotomie aus. Diese befördere eine hierarchisierte und teleologische Sicht auf Kulturen und ihre Entwicklung und ermögliche so erst einen „kulturellen Rassismus“ gegen vermeintlich „illiberale“ religiöse Minderheiten. Sie schlug vor, die Unterscheidung von „offen“ und „geschlossen“ zu destabilisieren und unsere Aufmerksamkeit stattdessen auf sich vielfach überlagernde Prozesse von „openness“ und „closure“ zu richten und so den Blick für verschiedene Formen von Temporalität zu öffnen.

NILS RIECKEN (Berlin) stellte anschließend mit Abdallah Laroui einen marokkanischen Historiker in den Mittelpunkt, dessen Überlegungen zur Dekonstruktion einer „leeren“ Zeit die epistemologischen Grundlagen der Geschichtswissenschaft grundlegend infrage stellten. Über die bloße Postulierung der Dichotomie von „westlichem“ und „indigenem“ Wissen hinaus verbinde dieser die Kritik an zentrischen Modellen mit dem Insistieren auf der spezifischen Lokalität, in der Wissen formuliert wird. Riecken schlug daher eine „Provinzialisierung“ von Zeit sowie das Konzept eines „situated universalism“ vor. Die historische Epistemologie biete in diesem Zusammenhang eine „materially situated but universalist form of inquiry“, deren Gegenstand die Frage sei „how humans have produced and used the means of historical representation over time in order to make history.”

ANDREW ZIMMERMAN (Washington D.C.) beschäftigte sich mit den rassistischen Kategorien im Denken Max Webers. Eine Konzeption der Welt von kulturell fundamental differenten und inkommensurablen kulturellen Blöcken sei letztlich die Webers Denken zugrundeliegende Prämisse, was auch für die Ausprägung einer für den Westen spezifischen „protestantischen Ethik“ gelte. Zimmerman betonte, dass es ihm nicht darum gehe, Weber zu dekonstruieren, sondern jene von Weber selbst formulierten rassistischen Bezugspunkte zu thematisieren, welche in der Rezeption verschwiegen worden seien und so implizit im akademischen Diskurs reproduziert würden. Als Beispiel wies er auf die Thesen Samuel Huntingtons hin, den er als den letztlich „most authentic Weberian“ bezeichnete.

TONG LAM (Toronto) ging der Frage nach, wie chinesische Forscher im frühen 20. Jahrhundert durch das Aufgreifen sozialwissenschaftlicher Kategorien und Methoden mit Nation- und Klassenzugehörigkeit als Bezugsrahmen an einer Neuanordnung des Sozialen beteiligt waren und dabei gleichsam Subjekte produzierten. Lam argumentierte in diesem Zusammenhang, dass der Siegeszug der Sozialwissenschaften einen mobilisierenden Effekt für die intellektuellen Eliten in China gehabt habe, insofern sie diese zur Etablierung eines Deutungsmonopols „to define and control China“ genutzt hätten. Diese Aneignung wiederum habe zur Stärkung ihrer Autorität im chinesischen nation building-Prozess geführt und sei der Grund, dass die Positionen der chinesischen Eliten gegenüber einer Modernisierungsideologie „far less ambivalent“ als in anderen ehemaligen Kolonien gewesen seien.

Am dritten von Harald Fischer-Tiné (Zürich) moderierten Panel nahm aufgrund einer Absage lediglich ein Referent teil. Die Thesen des abwesenden George Steinmetz (Ann Arbor) wurden vom Moderator stichpunktartig zusammengefasst.

Im Zentrum der Ausführungen von MILINDA BANERJEE (Kolkata/Heidelberg) stand die Rolle des indischen Richters Radhabinod Pal während der Tokioter Prozesse, die er einer Neuinterpretation unterzog. Pals spezifischer intellektueller Hintergrund sei zentral im Hinblick auf seine Kritik am Konzept des „gerechten Krieges“ seitens der Alliierten sowie an der Definition eines „universalistic standard of natural law“, mit dem die internationale Souveränität über Japan legitimiert wurde. Zur Kontextualisierung verwies Banerjee auf Pals Schriften, in denen dieser sein Konzept von Naturrecht mithilfe verschiedener Rechtstraditionen erarbeitete (u.a. Thomas von Aquin und Augustinus, aber auch sanskritische Texte). Die Analyse der Position Pals in Tokyo könne dazu beitragen, Vorstellungen epistemologischer Grenzen zu überwinden und gleichsam das globale Moment als „product of plural and entangled sources of conceptual knowledge“ zu konzipieren.

Im vierten, von Andreas Eckert (Berlin) moderierten Panel ging zunächst SENAYON OLAOLUWA (Kapstadt/Ibadan) auf das Werk von Chinua Achebe ein und plädierte dafür, diesen als postkolonialen Autor zu lesen. Besonders interessierte Olaoluwa die Beschäftigung mit Fragen von Exil im Werk Achebes, wobei er eine vorherrschende Glorifizierung verschiedener Formen von dispersal (Transnationalismus, Kosmopolitanismus, Diaspora) kritisierte und stattdessen den Begriff des return und homeland betonte. Anhand der Biografie Achebes führte er dessen Zerrissenheit aus, zwischen der persönlichen Hoffnung auf Rückkehr nach Nigeria auf der einen und andererseits den infrastrukturellen Schwierigkeiten in Afrika zu überleben, angesichts einer körperlichen Behinderung. Vor diesem Hintergrund, so Olaoluwa, müsse eine „celebration of postcolonial migrancy“ überdacht werden, da diese letztlich ein „development of Africa by Africans“ verhindere.

Anschließend beschäftigte sich SARAH STEIN (Kassel) mit der Filmproduktion im frankophonen postkolonialen Afrika. Mit den afrikanischen Filmemachern, den neokolonialen Institutionen Frankreichs sowie den Regierungen der unabhängig gewordenen Staaten identifizierte sie hierbei drei Akteure mit je spezifischen Motivationen. Stein konnte hierbei herausarbeiten, dass diese Kino und Filmproduktion in Afrika als privilegierten Ort der Verbreitung politischer Ideen und Konzepte wahrnahmen und zu dominieren versuchten.

In ihrem öffentlichen Abendvortrag, der eine Art Kommentar zur Tagung darstellte, ging es ANN STOLER (New York) um eine Revision der bequemen Grenzziehungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Diese würden zu häufig zur Konstruktion eines „self-congratulatory tale“ herangezogen werden. Stattdessen, so Stoler, müssten wir aber über die spezifischen Formen von „duress“ (Dauer) nachdenken, ohne von vorneherein historische Brüche oder Kontinuitäten zugrunde zu legen. Sie schlug vor, neue Genealogien des Kolonialen zu reflektieren und darüber, was eigentlich „das Koloniale“ sei und was es mache, um in einem nächsten Schritt überhaupt von Dekolonisierung sprechen zu können. Im Sinne dieser theoretischen Vorschläge plädierte sie für eine Repolitisierung der Forschung. Vor allem den postcolonial studies warf sie hierbei vor, die Kontinuitäten kolonialer Formationen nicht genügend zu hinterfragen. Anknüpfend an Edward Saids „The Question of Palestine“, welches sie als logische Einheit mit dem Klassiker „Orientalism“ verstanden wissen wollte, kritisierte sie hierbei vor allem die Passivität gegenüber gegenwärtigen imperialen Machtverhältnissen, wobei sie vor allem auf die Besatzungspolitik Israels und die globale Rolle der Vereinigten Staaten einging.

Am nächsten Workshoptag gelang es YEHUDA SHARIM (Houston) im fünften von Alexandra Przyrembel moderierten Panel, durch die Geschichte des 1948 zerstörten sephardischen Dorfs Saydun die „verschüttete“ Geschichte der sephardisch-mizrachischen Einwanderer Israels zu thematisieren. Vor dem Hintergrund einer „political, economic, and social Zionist-Ashkenazi hegemony“ sei es zu einer gemeinsamen Interessensartikulation und zur Etablierung einer „imagined community“ gekommen, die sich translokal mit Zentren jüdischen Lebens in der Region vernetzte. Die Offenlegung von Brüchen und Gegenstimmen zum zionistischen Meisternarrativ könne helfen, eine den Diskurs bis heute prägende Polarisierung von „Palästinensern“ und „Juden“ zu irritieren und damit eine „hate based logic“ zu durchkreuzen.

Im zweiten Vortrag beschäftigten sich HUAIYU CHEN (Tempe) und ZHANG XING (Peking/Berlin) mit der Formierung der Buddhismusforschung im Kontext der chinesischen Nationalstaatsbildung. Eine wichtige Rolle hätten hierbei im Westen ausgebildete Forscher gespielt, wobei diese sich im Zwiespalt zwischen der Aufnahme orientalistischer Forschungstraditionen und -perspektiven und einem kulturellen Nationalismus orientierten. Die Referent/innen fokussierten einerseits Chen Yike und seine Netzwerke zwischen Peking, Harvard und Berlin und konstatierten andererseits ein regelrechtes „Indian fever“, das in der chinesischen Forschung der frühen 1920er-Jahre ausgebrochen sei. Sie verwiesen auf den Zusammenhang zwischen im Westen rezipierten orientalistischen Forschungsperspektiven in der chinesischen Indologie und der Etablierung einer modernen Buddhismuskunde. Die zeitgenössischen Forschungen Yikes seien in diesem Zusammenhang als Verwissenschaftlichung der Erforschung „chinesischer Kultur“ mit den Mitteln der Orientstudien zu verstehen. Hierin habe er gleichzeitig einen nationalen Auftrag gesehen, die „chinesische Kultur“ zu bewahren.

Im ersten Vortrag des von Nadin Heé (Berlin) moderierten sechsten Panels thematisierte STEFAN HÜBNER (München) den Zusammenhang zwischen amerikanischer Zivilisierungsmission und der Hegemonialisierung eines Körperdiskurses auf den Philippinen. Als Träger der Verbreitung dieses Wissens machte Hübner das YMCA aus, wobei er dieses als Akteur eines „authoritarian high modernism“ beschrieb. Den Aktivitäten des YMCA habe dabei die Vorstellung von einer Dominanz archaischer Strukturen als Gegenpol zu einer funktional ausdifferenzierten kapitalistischen Gesellschaft zugrunde gelegen. Leistungssport und vor allem die Etablierung kompetitiver Gruppensportarten sei für das angestrebte social-engineering und damit auch für die Mission des YMCA zentral gewesen.

JIALIN CHRISTINA WU (Paris/Louvain) unterstrich in ihrem Vortrag die performative Rolle der Produktion kolonialen Wissens von Indigenität, wobei im Mittelpunkt die Spiele standen, die im Rahmen der Pfadfinderbewegung im britischen Malaya aufgeführt wurden. Indem die teilnehmenden Kinder „Eingeborene“ gespielt hätten, seien sie aktiv an der Konstruktion vom „Indigenen“ beteiligt gewesen. Da verschiedenste indigene Kulturen unter einem Signifikanten („native“) subsummiert wurden, sei eine indigene Hierarchisierung gestiftet worden, innerhalb derer sich die malayischen Pfadfinder hätten verorten und definieren können.

Das siebte Panel unter Leitung von Minu Haschemi Yekani (Berlin) stellte Fragen nach der Präsenz des Kolonialen in Europa. MICHAEL KOZAKOWSKI (Florenz) ging es in seinem Vortrag um die Genese von identitären und politischen Kategorien, welche unser Wissen über Migration wesentlich geprägt hätten. Im Hinblick auf die algerische Migration in Frankreich verwies Kozakowski u.a. auf die Kontinuität kolonialer Konzepte. So habe die Dekolonisation die Unterscheidung zwischen „Europäern” und kolonialen Subjekten als das fundamental „Andere“ noch bestärkt, insofern sie zu einer „Europäisierung“ des europäischen Territoriums führte. Dieser Marker zur Identifizierung sei zentral für die Etablierung und die Regulierung von Differenzen. So werde von EU-Institutionen fundamental zwischen „europäischen“ Migranten und „Flüchtlingen“ differenziert, was gleichzeitig mit der Implementierung rechtlicher Rahmenbedingungen zusammenhinge.

Im letzten Vortrag plädierten STEFAN JONSSON und PEO HANSEN (beide Linköping) für eine Re-Lektüre der Konzepte von „Eurafrika“ und bezeichneten sie als zentrales Moment geopolitischer Ordnungsvorstellungen. Sie zielten hiermit auf eine Revision des EU-Gründungsmythos als vom Kolonialismus losgelöst und allein den Werten der Aufklärung verpflichtet. Stattdessen legten sie anhand zeitgenössischer strategischer Konzepte nahe, dass die Idee von Europa seit dem frühen 20. Jahrhundert eng an die Vorstellung einer (ungleichen) Partnerschaft mit Afrika geknüpft war. Infolge einer „Europäisierung“ des Kolonialismus in den 1950er-Jahren sei die Idee von „Eurafrika“ für das europäische Integrationsprojekt der 1950er-Jahre zentraler gewesen als der Kalte Krieg.

Insgesamt gelang es, Wissensproduktion mit ihren kolonialen Dimensionen und postkolonialen Brüchen und Kontinuitäten aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Größtenteils wurde dabei auch von der anfangs erwähnten „nativistischen“ Perspektive als radikale Alternative zum „westlichen Wissen“ Abstand genommen. Einigen Vorträgen lag diese jedoch auch weiterhin als impliziter Bezugspunkt zugrunde. In den Diskussionen wurde des Weiteren deutlich, dass es noch an analytischer Schärfe einer Konzeptionalisierung von „Wissen“ mangelte und es als Folge davon auch nicht immer gelang, Möglichkeiten hinsichtlich seiner „Dekolonisierung“ aufzuzeigen. So hob Sebastian Conrad während der abschließenden Diskussionsrunde hervor, dass der Workshop zwar gezeigt habe, auf welch vielfältige Art Wissen in den kolonialen Prozess verflochten gewesen sei und die Vorträge zu einer Rekonstruktion der Einschreibung von Machtstrukturen auf verschiedenen Feldern hätten beitragen können. Wie bzw. ob Wissen am Ende „dekolonisiert“ werden könne, bleibe jedoch eine offene Frage.

Andreas Eckert stellte fest, dass der Begriff des „kolonialen Wissens“ noch spezifiziert werden müsse, um wirklich an seiner Dekolonisierung arbeiten zu können. Harald Fischer-Tiné erwiderte darauf, dass eine Definition nicht zwingend an den Anfang gestellt werden müsse, denn es sei während des Workshops nicht um konkretes koloniales Wissen gegangen, sondern um größere Wissenskorpora, deren koloniale Spuren nachvollziehbar wurden. Er gab jedoch gleichzeitig zu bedenken, dass strukturelle Faktoren wie Institutionen, die letztlich darüber entschieden, was überhaupt als „Wissen“ verstanden werde, stärker berücksichtigt werden müssten. Hieran anschließend ergab sich eine Diskussion, inwiefern zu diesem Thema Dialoge außerhalb des „Elfenbeinturms der Forschung“ gesucht werden müssten. Gleichzeitig wurde von mehreren Teilnehmern unterstrichen, dass Selbstpositionierung und die eigene akademische Verwobenheit in Machtstrukturen in einem nächsten Schritt noch stärker in den Mittelpunkt gerückt werden müssten.

Konferenzübersicht:

Sebastian Conrad (Berlin) und Alexandra Przyrembel (Essen), Decolonizing Knowledge? Welcome and Introduction

Panel I Decolonizing Master Narratives
Chair: Sebastian Conrad (Berlin)

Alia Al-Saji (Montréal), (De-)Colonizing Time: Bergson and the Temporal Schemas of Coloniality
Niels Riecken (Berlin), Putting centrisms in their Place: Abdallah Laroui’s Epistemology of History and the Critique of Culturalist Knowledge Production

Panel II Decolonizing Practices of Knowledge I
Chair: Dagmar Schaefer (Berlin)

Andrew Zimmerman (Washington, D.C.), On Decolonizing Weber
Tong Lam (Toronto) Semicoloniality and Social Scientific Knowledge Production in Twentieth Century China

Panel III Decolonizing Practices of Knowledge II
Chair: Harald Fischer-Tiné (Zürich)

Milinda Banerjee (Kolkata/Heidelberg), Decolonization, Heteroglossia, and the Rule of Law. Re-Reading Radhabinod Pal’s Judgment in the Tokyo Trial

Panel IV Decolonization and the Making of Postcolonial Knowledge
Chair: Andreas Eckert (Berlin)

Senayon Olaoluwa (Kapstadt/Ibadan), Exile beyond the Tropes of Migrancy: Achebe as an African Theorist of Exile and Development
Sarah Stein (Kassel) African Cinemas in the Context of Decolonization - A Portal of Postcolonial Knowledge Distribution?

Öffentlicher Abendvortrag
Ann Stoler (New York), On Duress: Concept-Work for Our Times

Panel V Beyond Orientalism
Chair: Alexandra Przyrembel (Essen)

Yehuda Sharim (Houston), On Oriental Consciousness: Sephardic-Mizrahi Subjects in Colonial Palestine, 1918-1948
Huaiyu Chen (Tempe), Zhang Xing (Peking/Berlin), Orientalism and Cultural Nationalism: The Making of Buddhology and Indology in Modern China and its Euro-Asian Context

Panel VI Body Languages
Chair: Nadin Heé (Berlin)

Stefan Hübner (München), Analyzing the East Asian Body: (Post-) Colonial Physical Education between ‚Authoritarian High Modernism‘ and Nation-Building
Jialin Christina Wu (Paris), Performing Colonial Knowledge

Panel VII Ordering Migration
Chair: Minu Haschemi Yekani (Berlin)

Michael Kozakowski (Florenz), Migration in the Crucible of Decolonization
Peo Hansen/Stefan Jonson (Linköping), The Past that Europe Forgot: The Erasure of Colonialism in European Integration Historiography

Final Discussion: Decolonizing Knowledge?

Zitation
Tagungsbericht: Decolonizing Knowledge: Figures, Narratives, and Practices, 16.02.2015 – 17.02.2015 Berlin, in: H-Soz-Kult, 20.03.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5885>.