100 Years On: The Carnegie Report on the Causes and Conduct of the Balkan Wars of 1912/13

100 Years On: The Carnegie Report on the Causes and Conduct of the Balkan Wars of 1912/13

Organizer
Stefan Troebst / Dietmar Müller (GWZO Leipzig, Projektgruppe Rechtskulturelle Prägungen Ostmitteleuropas), in Zusammenarbeit mit dem Centre for Area Studies der Universität Leipzig
Location
Leipzig
Country
Germany
From - Until
04.07.2013 - 05.07.2012
By
Müller, Dietmar

Hundert Jahre nach den Balkankriegen 1912/ 13 rückt auch der sogenannte Carnegie-Bericht über „causes and conduct of the Balkan Wars“ in den Fokus der Forschung. In der Geschichte der internationalen Beziehungen und Institutionen markiert der Text ein Novum in mehrfacher Hinsicht: Die private Carnegie Foundation stellte eine international besetzte Kommission zusammen, deren weltweit wahrgenommener Bericht die Kriegsführung der kriegsführenden Parteien als ethnische Säuberung charakterisiert. In dem Workshop werden der Kontext und die Langzeitwirkung des Carnegie-Berichts umfassend beleuchtet. Stiftung und Kommission werden aus ideengeschichtlicher, prosopographischer und organisationssoziologischer Perspektive analysiert. Genese, Rezeption und Langzeitwirkung des Berichts werden anhand vergleichender Länderstudien thematisiert. Dieser mehrdimensionale Zugang öffnet neue Forschungsperspektiven auf das Zusammenwirken von NGOs und Öffentlichkeit mit internationalen Regimen und Institutionen in einem Raum – Ostmittel- und Südosteuropa –, der als Katalysator des Völkerrechts im 19. und 20. Jahrhundert charakterisiert werden kann.

Der Forschungskontext
Der Workshop dient der Vorbereitung eines Projektes, in dem ab 2014 am GWZO zu „Verrechtlichungsprozessen in den Internationalen Beziehungen: Prägungen des Völkerrechts durch Konflikte im östlichen Europa seit 1850“ geforscht werden soll. Die forschungsleitende Hypothese geht von erhöhter Konfliktdichte in Ostmittel- und Südosteuropa im Zeitalter des imperialen Verfalls und der zeitverschobenen Nations- und Nationalstaatsbildung sowie von erhöhtem völkerrechtlichem Regelungsbedarf aus, der sich mittelbar in Neuerungen im Völkerbund und den internationalen Beziehungen niederschlug. Dieser Kausalzusammenhang ist zugleich Grund dafür, dass ein hoher Anteil an prominenten Theoretikern und Praktikern des Völkerrechts aus der Osthälfte Europas, hier vor allem aus Minderheitengruppen, stammt. Das Projekt untersucht aus ostmitteleuropäischer Perspektive die Geschichte der Prägung internationaler Beziehungen und ihrer Verrechtlichung
in Form des Völkerrechts sowie die Geschichte des Völkerrechts als Wissenschaftsgeschichte.

Programm

Donnerstag, 4. Juli 2013

14:30–15:30 Uhr: Auftakt
Stefan Troebst (GWZO): Begrüßung
Dietmar Müller (GWZO): Einführung

15:30–17:00 Uhr Carnegie-Stiftung und Carnegie-Kommission
Helke Rausch (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg): Die Carnegie Men: Profile privater Nebenaußenpolitik in den USA um und nach dem Ersten Weltkrieg

Nadine Akhund (IRICE, Université Paris-Sorbonne): The Balkan Carnegie Commission: Origins and main Features

Cindy Daase (GWZO): ”The International Mind” – Nicholas Butler‘s Idea of a Peaceful (Legal) World Society in the 20th century

19:00 Uhr: Abendessen, Dinner Speech
Nadine Akhund (IRICE, Université Paris-Sorbonne): Quellen und Archivbestände der Carnegie Foundation über Osteuropa

Freitag, 5. Juli 2013
09:15–10:30 Uhr Prosopographische Zugänge: Die Kommissionsmitglieder
Stefan Troebst (GWZO): Makedonien als Lebensthema: Henry N. Brailsford und Justin Godart

Thomas Bohn (Justus-Liebig-Universität Gießen): Wissenschaftliche Expedition und politische Reise: Pavel N. Miljukov und die Makedonische Frage

11:00–12:30 Uhr: Vergleichende Länderperspektiven
Nikolaj Poppetrov (Institut für historische Forschung der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften, Sofija): Die bulgarische Dimension: Die Zusammenarbeit mit der Kommission und die Rezeption des Berichts

Adamantios Skordos (Universität Wien): „Brailsford und Miljukov … diese bulgarischen Agenten!“: Die Weigerung der Regierung
Griechenlands, mit der Carnegie-Kommission zusammenzuarbeiten

Alexej Timofeev (Institut für zeitgenössische Geschichte, Belgrad): The Carnegie Commission and Its Report in Serbia. Influences and Reception

13:00–13:30 Uhr
Wolfgang Höpken (Universität Leipzig): Der Carnegie-Report von 1914 und die Kriege im zerfallenden Jugoslawien der 1990er Jahre

Contact (announcement)

Nicole Gottschalck
E-Mail: Nicole.Gottschalck@t-online.de
Tel.: +49 (0)177 / 677 36 94


Editors Information
Published on
08.06.2013
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