Diplomatie unter Druck? Legitimität als diplomatisches Problem im 19. Jahrhundert

Diplomatie unter Druck? Legitimität als diplomatisches Problem im 19. Jahrhundert

Organizer
Deutsches Historisches Institut Paris
Location
Paris
Country
France
From - Until
28.02.2014 -
By
Dunja Houelleu

Die Geschichte der internationalen Beziehungen erfährt seit einigen Jahren verstärkte Aufmerksamkeit. Der kultur- und sozialgeschichtliche Paradigmenwechsel hat auch die klassische Diplomatiegeschichte erreicht und die dort verhandelten Fragestellungen immer stärker ausdifferenziert. Das Interesse an Fragen der Globalisierung, an Verflechtungen und an transnationalen Dimensionen hat zu einer Vielzahl neuer Ansätze geführt. Das Ziel des Studientages ist es, neue Perspektiven unter der Leitfrage der Legitimität zu eröffnen. Denn die Frage nach der Legitimität politischen Handelns wird zunehmend Gegenstand von Forschungen und verspricht auch für den diplomatischen Bereich Erkenntnisgewinne. Die folgenden Schwerpunkte ermöglichen es, sich der Thematik anzunähern:

Diplomatische Übergangsphasen
Welche Bedeutung muss Neuerungen wie Telegrafie, Eisenbahn und Parlamenten im Hinblick auf die Entwicklung der diplomatischen Funktion beigemessen werden? Inwieweit fand ein Mentalitätswandel im diplomatischen Bereich statt? Gab es diplomatische Übergangsphasen im 19. Jahrhundert, die mit neuen Legitimitätsgrundlagen einhergingen?

Schwierige Standorte
Wie rechtfertigten Diplomaten ihre Präsenz an Standorten, die als besonders kompliziert eingeschätzt wurden? Wie argumentierten beispielsweise Diplomaten, die sich an Orten mit marginaler Bedeutung aufhielten oder sich in Gefahrenlagen befanden und sich Anfeindungen ausgesetzt sahen?

Anerkennung aushandeln
Wie gestaltete sich die diplomatische Anerkennung neuer Regierungen und Staaten? Welche Rolle spielte in diesem Zusammenhang die Entwicklung des Völkerrechts? Und welche Bedeutung besaß Anerkennung in einem weiteren Sinne? Wie hoch war beispielsweise die Akzeptanz neuer Kommunikationsformen?

Programm

09h00 Accueil
09h15 Allocution de bienvenue, Mareike König et Katrin Rack

Présidence de séance: Mareike König (IHA)

09h30 Verena Steller (Goethe-Universität Frankfurt)
Einführung

10h45 Sonja Hillerich (Universität Duisburg-Essen)
Diplomaten, Journalisten und die Grenzen des Erlaubten: Die Affaire Brandes

11h45 Katrin Rack (Universität Bielefeld/IHA)
(Un-)entbehrlich? Standort- und Anerkennungsprobleme deutscher Diplomaten in Paris, 1815-1870/71

Présidence de séance: Oliver Schulz (Paris)

14h00 Marion Aballéa (Université de Genève/Université de Strasbourg)
«Poste le plus important» ou pensionnat d’«enfants sages»? L’ambassade de France à Berlin aux prises avec les contradictions d’une diplomatie en terrain hostile (1871-1914)

15h30 Thomas Müller (Universität Bielefeld)
Anerkennung von Statusunterschieden: „Großmächte“-Semantik und -Rollen, 1763-1833

16h30 Discussion finale

Contact (announcement)

Dunja Houelleu

DHIP, 8 rue du Parc-Royal, 75003 Paris

dhouelleu@dhi-paris.fr

http://www.dhi-paris.fr/de/home.html
Editors Information
Published on
21.01.2014
Contributor
Classification
Temporal Classification
Regional Classification
Additional Informations

Country Event
Language Event