Special Relations Revisited: Europa und die USA seit dem 19. Jahrhundert

Online-Ringvorlesung: Special Relations Revisited: Europa und die USA seit dem 19. Jahrhundert

Veranstalter
Leibniz-WissenschaftsCampus "Europa und Amerika" und CITAS - Center for International and Transnational Area Studies, Universität Regensburg
Gefördert durch
Uni Regensburg, Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropastudien, Leibniz Gemeinschaft, Freistaat Bayern
PLZ
93053
Ort
Regensburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
02.11.2020 - 08.02.2021
Von
Paul Vickers, CITAS Center for International and Transnational Area Studies, Universität Regensburg

In der Ringvorlesung gehen wir der gegenseitigen politischen Verflechtung von Europa (und seinen unterschiedlichen Teilregionen) und den USA seit dem 19 Jh. nach. Das breite Thema der europäisch-US-amerikanischen politischen Ko-Transformation wollen wir entlang folgender Schwerpunkte mit Vortragenden aus Regensburg sowie mit inter/nationalen Gästen vertiefen: Außen- und Sicherheitspolitik; Vorbilder und Gegenfolien; Diplomatie und Migrationspolitik; Abgrenzungsdiskurse und Anti-ismen.

Online-Ringvorlesung: Special Relations Revisited: Europa und die USA seit dem 19. Jahrhundert

Die USA gründeten sich als Exit vom Britischen Empire, und mehr als 200 Jahrhundert später unterstützte ein US-amerikanischer Präsident den Exit des einstigen Kolonialherrn von einem Europa, das sich als Hort eines liberalen Internationalismus definiert. 1864 verkaufte Russland Alaska an die USA, ein Ereignis, das wohl Pate stand bei der Idee des besagten US-Präsidenten, auch Grönland von einer „Kolonialmacht” zu kaufen. Wie Karl Marx einst schon konstatierte – Geschichte wiederholt sich, aber als Farce. Doch was auf den ersten Blick erheitern mag, verweist auf eine tektonische Verschiebung im Gefüge dieser Welt: Zwischen Europa und den USA tut sich eine Kluft auf, die egal, wer die Präsidentschaftswahlen im November 2020 gewinnen wird, nicht mehr so leicht zu schließen sein wird, weil sie nämlich nicht nur mit dem Narzissmus (Wahnsinn?) einen Einzelnen zu tun hat, sondern mit der Tatsache, dass die Welt eine andere ist, als jene, die über 200 Jahre maßgeblich durch das – mal freundschaftliche, mal feindliche -- Beziehungsgeflecht Europa-Amerika geprägt worden ist.

In der Ringvorlesung, die gemeinsam vom Leibniz-WissenschaftsCampus „Europe and America in the Modern World” und dem Center for International and Transnational Area Studies (CITAS) der Universität Regensburg organisiert wird, gehen wir der gegenseitigen politischen Verflechtung von Europa (und seinen unterschiedlichen Teilregionen) und den USA seit dem 19 Jh. nach. Wie jede Beziehungsgeschichte ist auch diese geprägt von schwankenden Gefühlen, die von Euphorie und Zuneigung bis Entfremdung und tiefen Hass, von Missverständnissen, kleinlichen Querelen und verpassten Chancen bis hin zu gemeinsamen Errungenschaften und Versöhnungen reichen. Ohne die „Amerikanisierung” würde die politische Landschaft Europas anders aussehen, ebenso wie Europa heute eine willfährige Projektionsfläche für politische Utopien oder Dystopien in der polarisierten US-amerikanischen politischen Landschaft darstellt. Und schon im 19. Jahrhundert waren die politischen Querverbindungen massiv – wie jeder naturalisierte Amerikaauswanderer auf Heimaturlaub feststellen konnte, wenn ihn plötzlich sein europäischer Heimatstaat zur Armee einziehen wollte, und der nächstgelegene US-Konsul dagegen protestierte.

Das breite Thema der europäisch-US-amerikanischen politischen Ko-Transformation wollen wir entlang folgender Schwerpunkte mit Vortragenden aus Regensburg sowie mit Gästen vertiefen: Außen- und Sicherheitspolitik; Vorbilder und Gegenfolien; Diplomatie und Migrationspolitik; Abgrenzungsdiskurse und Anti-ismen, wobei wir im Großen und Ganzen chronologisch vorgehen wollen.

Die Vorträge werden nicht nur von Wissenschaftler/innen der UR und des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung gehalten, sondern auch von renommierten Gastvortragenden aus deutschen und internationalen Einrichtungen.

Programm

immer montags, 18:15
Zoom: https://uni-regensburg.zoom.us/j/85892790976
Meeting ID: 858 9279 0976

2 November - Hedwig Richter (Bundeswehr Uni, München) - Demokratiegeschichte als nationale Erzählung und transnationaler Prozess. Frankreich, die USA und Deutschland im 19. Jahrhundert

9 November – Ulf Brunnbauer - Amerika-Auswanderung und (ost)europäische „Diasporen” vor dem 1. WK

16 November – Volker Depkat - Amerikanische Demokratie als politisches Ordnungsmodell von 1789 bis 1848/49

23 November – Pia Wiegmink - The 'Freedom-Loving German' in America: Negotiating Gender, Antislavery and Immigration in 19th Century German American Women’s Literature

30 November – Dagmar Schmelzer - L'Autre Amérique. Die europäische Wahrnehmung Québecs und des quebecer Separatismus als Alternative zu US-Amerika

7 Dezember - Friederike Kind-Kovács (TU Dresden) - Cotton, Shoes and Milk Powder: Transatlantic Child Relief in post-World War I Central Europe

14 Dezember – Mathias Häußler - Elvis Presley: The contested Cold War-era emergence of a transatlantic pop culture

11 Januar – Klaus Buchenau - Ex occidente lux(us). Religiöse Impulse aus den USA im östlichen Europa des 19. und 20. Jahrhunderts

18 Januar – Katharina Gerund (FAU Erlangen) - Unofficial Ambassadors? Military Spouses in the Transatlantic World

25 Januar - Gerlinde Groitl - Vom amerikanischen Frieden zum Rosenkrieg? Die sicherheitspolitische Beziehungskrise zwischen Europa und den USA

1 Februar – Marlene Laruelle (George Washington University)

8 Februar – Abschlussdiskussion

Kontakt

Paul Vickers - citas@ur.de

https://www.uni-regensburg.de/citas/veranstaltungen/citas-ringvorlesung/index.html