DFG-Schwerpunktprogram "Transottomanica" (DFG)

Place
verschiedene
Institution
DFG
Date
01.10.2020 - 30.09.2013
Deadline
31.12.2019
By
DFG

Information für die Wissenschaft Nr. 50 / 2. Juli 2019
Schwerpunktprogramm „Transottomanica: Osteuropäisch-osmanisch-persische Mobilitätsdynamiken“ (SPP 1981)

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2016 die Einrichtung des Schwerpunktprogramms „Transottomanica: Osteuropäisch-osmanisch-persische Mobilitätsdynamiken“ (SPP 1981) beschlossen. Als Laufzeit sind sechs Jahre vorgesehen. Die DFG lädt hiermit ein zur Antragstellung für die zweite dreijährige Förderperiode (2020–2023).

Ziel ist es, weiterhin gesellschaftliche und (trans-)kulturelle Verflechtungen zwischen dem Moskauer Reich beziehungsweise dem Petersburger Imperium, Polen-Litauen, dem Osmanischen Reich sowie Persien von der frühen Neuzeit bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts systematisch zu untersuchen und damit ein Desiderat in der deutschen Forschungslandschaft zu füllen. Mit dem Augenmerk auf durch Mobilität entstandene „transosmanische“ Interaktionsfelder zwischen den verschiedenen Herrschaftsgebieten möchte das Schwerpunktprogramm Phänomene erkennbar machen, die bisher in der Betrachtung einzelner Regionen oder nur bilateraler Beziehungen nicht in den Vordergrund getreten sind.

Der Zugang verspricht, das Verständnis globalisierter europäischer und asiatischer Geschichte im transkontinentalen Zusammenhang zu verändern. Anstatt „eine“ Region zu konstruieren, werden mehrere Handlungs- und Diskurszusammenhänge durch den gemeinsamen Zugriff über die „Linse“ Mobilität ins Zentrum des Interesses gerückt. Die „post-regionalwissenschaftliche“ Perspektive erlaubt eine Orientierung an konkretisierten, durch das Erfahren, Imaginieren und Handeln von Menschen in jeweils thematisch definierten Kontexten konstituierten, nicht deckungsgleichen Räumen: Das Schwerpunktprogramm konzentriert sich auf Vorgänge der Migration, des Reisens, der Wissenszirkulation, des Handels und der Mobilität ganzer Gesellschaften zwischen dem Zarenreich, Polen-Litauen, dem Osmanischen Reich und Persien in relationalen sozialen Räumen mit jeweils stark unterschiedlicher Reichweite.

Anträge können wie für die erste Phase im Rahmen dreier ausgewählter thematischer Forschungsschneisen erfolgen, die jeweils unterschiedliche Perspektiven auf teilweise dieselben Phänomene eröffnen: 1) Mobile Akteure, 2) Wissenszirkulation, 3) Handel und Waren. Durch die methodische Linse Mobilität werden die zentralen Felder „Mobile Akteure“, „Wissenszirkulation“ sowie „Handel und Waren“ in einen kausalen Zusammenhang gestellt. Das Schwerpunktprogramm definiert Mobilität dabei als das Zusammenspiel sozialer und räumlicher Bewegungen (flows) von Personen und Dingen (materielle und immaterielle Ressourcen, Ideen, Wissen, Werte) über Austauschbeziehungen innerhalb von und zwischen Netzwerken.

Der Untersuchungszeitraum beginnt im frühen 16. Jahrhundert, als sich das Osmanische Reich durch die Expansion im nördlichen und östlichen Afrika, den Eroberungen in Ostmitteleuropa und der Machtausdehnung im Nahen und Mittleren Osten zur überregionalen Drehscheibe „transosmanischer“ Interaktionszusammenhänge entwickelte. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde das ins Zentrum gerückte Gebiet jedoch in veränderte beziehungsweise neue Kommunikations- und Handlungsräume integriert, als die europäischen Großmächte ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss ausbauen konnten. Die Mobilitätsdynamiken und -strukturen ließen „transosmanische“ Raumkonfigurationen an Bedeutung verlieren und in zunehmend globale und nationalisierte Kontexte auf- und übergehen. Das Programm verfolgt diese Übergänge bis ins 20. Jahrhundert.

Für die zweite Phase ist es ein Anliegen des Schwerpunktprogramms, im Bereich der genannten Themen die Herausgestaltung, Reproduktion und Auflösung langfristiger, struktureller und auch infrastruktureller Formationen und konkreter Praktiken herauszuarbeiten. Die Festigung von Netzwerkmobilitäten führt zur Herausbildung von Knotenpunkten oder Hubs mit weiträumigen Zentralitätsfunktionen, die sich im Lauf der Zeit in der Konkurrenz gegenüber neuen Schwerpunkten im Netzwerk behaupten oder einen relativen Bedeutungsschwund beziehungsweise eine Peripherisierung oder eine Funktionsveränderung erfahren können. Neben neuen Projekten können auch die in der ersten Phase begonnenen Vorhaben dazu beitragen, derartige langfristige Aspekte der Konsolidierung oder Verschiebung von Mobilitätsdynamiken zu konkretisieren. Auch Projekte, die auf die Transformation transosmanischer Zusammenhänge bis circa 1950 eingehen, sind für Aufschlüsse in dieser Perspektive sehr wünschenswert.

Reichen Sie Ihren Antrag für die zweite Förderperiode bitte bis spätestens 31. Dezember 2019 bei der DFG ein. Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über das elan-Portal zur Erfassung der antragsbezogenen Daten und zur sicheren Übermittlung von Dokumenten. Sofern Sie beabsichtigen, einen Neuantrag einzureichen, wählen Sie bitte unter „Antragstellung – Neues Projekt – Schwerpunktprogramm“ im elektronischen Formular aus der angebotenen Liste „SPP 1981 – Transottomanica: Osteuropäisch-osmanisch-persische Mobilitätsdynamiken“ aus.

Handelt es sich bei dem Antrag innerhalb dieses Schwerpunktprogramms um Ihren ersten Antrag bei der DFG, beachten Sie, dass Sie sich vor der Antragstellung im elan-Portal registrieren müssen. Ohne Registrierung bis zum 17. Dezember 2019 ist eine Antragstellung nicht möglich. Bitte wählen Sie im Registrierungsformular bei den abschließenden Angaben ebenso wie bei der Antragstellung Ihr Schwerpunktprogramm aus der angebotenen Liste der Ausschreibungen aus. Die Bestätigung der Registrierung erfolgt in der Regel bis zum darauffolgenden Arbeitstag.

Antragstellerinnen und Antragsteller, die bereits gefördert werden und einen Fortsetzungsantrag stellen wollen, müssen den Antrag über die Registerkarte „Antragstellung – Antragsübersicht/Fortsetzungsantrag“ einreichen. Hier wird Ihr in der Förderung befindliches Projekt angezeigt, und Sie können Ihren Fortsetzungsantrag stellen.

Berücksichtigen Sie bitte beim Aufbau Ihres Antrags das DFG-Merkblatt 54.01 zu Sachbeihilfen mit Leitfaden für die Antragstellung und die Hinweise im Merkblatt Schwerpunktprogramm 50.05, Teil B. Bitte senden Sie ein weiteres Exemplar des Antrags in elektronischer Form an den Koordinator des Programms.

Der Termin der Begutachtung wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben.
Weiterführende Informationen

Detaillierte Informationen zum Schwerpunktprogramm erhalten Sie im Internet unter:

http://www.transottomanica.de

Das elan-Portal der DFG zur Einreichung der Anträge finden Sie unter:

https://elan.dfg.de

Die Merkblätter DFG-Vordruck 50.05 und 54.01 stehen unter:

http://www.dfg.de/formulare/50_05
http://www.dfg.de/formulare/54_01

Inhaltliche Fragen beantwortet Ihnen der Koordinator des Schwerpunktprogramms:

Prof. Dr. Stefan Rohdewald,
Justus-Liebig-Universität Gießen,
Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften,
Historisches Institut,
Otto-Behagel-Str. 10,
35394 Gießen,
Tel. +49 641 9928260,
stefan.rohdewald@geschichte.uni-giessen.de

Auskünfte zur Antragstellung bei der DFG erteilen:

Fachlich:

Dr. Guido Lammers,
Tel. +49 228 885-2295,
guido.lammers@dfg.de

Formal:

Andrea Hamacher,
Tel. +49 228 885-2549,
andrea.hamacher@dfg.de

Kontakt

Florian Riedler
Justus-Liebig-Universität Gießen, Historisches Institut, Osteuropäische Geschichte
Otto-Behaghel-Str. 10, D-35394 Gießen
0049-641-99-28318

florian.riedler@geschichte.uni-giessen.de

Citation
DFG-Schwerpunktprogram "Transottomanica" (DFG), 01.10.2020 – 30.09.2013 verschiedene, in: H-Soz-Kult, 04.07.2019, <www.hsozkult.de/grant/id/stipendien-18788>.